Waldorfkindergarten
Herdecke e.V.

Am Hessenberg 32
58313 Herdecke

Telefon: (02330) 66 92 92
Fax: (02330) 80 79 89

Mitarbeit und Mitverarbeitung

 

Der Träger des Waldorfkindergartens Herdecke

Der Verein Waldorf-Kindergarten Herdecke ist der Trägerverein des Kindergartens. Der Kindergarten, sind das nicht die Erzieherinnen und die Eltern mit ihren Kindern? Wo soll es da einen Verein geben?
Meist unsichtbar, ist er wie das Wurzelwerk eines Baumes aus dem der Kindergarten mit seinen fünf Gruppen als Stamm und Äste herauswachsen. Ohne kräftige Wurzeln ist ein Baum nicht lebensfähig. Deshalb bedarf auch der Kindergarten der Unterstützung und Trägerschaft sowohl in ideeller als auch in finanzieller Hinsicht durch den Verein. Durch ihn wird die pädagogische Einrichtung erst rechtlich existent und handlungsfähig.

Die Mitglieder sind dieses Wurzelwerk. Da der Verein eine Elterninitiative ist, sind alle Eltern Mitglieder des Vereins. Weil die "Verweilzeit" der Eltern in einen Kindergarten relativ kurz ist, haben sich Personen des Vereins zusammengefunden, die bereit sind, den Kindergarten auf lange Zeit hin beratend zu begleiten und Kontinuität in die Arbeit zu bringen und so den Bestand des Waldorfkindergartens zu gewährleisten. Unser Baum hat ein paar besondere Wurzeln, in denen die Kräfte der Trägerschaft gebündelt sind. Es sind dies die so genannten Organe des Vereins:


Die Mitgliederversammlung

In der Mitgliederversammlung als oberstem Entscheidungsorgan des Vereins drückt sich die Gesamtverantwortung derjenigen aus, die dem gemeinsamen Zweck dienen wollen und somit die Verantwortung übernehmen für alles, was im Kindergarten geschieht. Die Mitgliederversammlung bestimmt den Vereinszweck, gibt dem Verein eine Ordnung (Satzung), wählt den Vorstand, stellt Weichen für zukünftiges Tun und entscheidet über alle Vereinsangelegenheiten. Da sie aber in der Regel nur einmal im Jahr zusammen kommt, kann es sich bei diesen Entscheidungen meist nur um längerfristige Grundsatzentscheidungen handeln.


Der Vorstand

Durch den Vorstand ist der Verein im Alltag handlungsfähig. Dem Vorstand wird von der Mitgliederversammlung die Aufgabe übertragen, deren Beschlüsse umzusetzen und die laufenden Geschäfte zu führen. Durch seine kontinuierliche Arbeit gewährleistet der Vorstand den Betrieb der pädagogischen Einrichtung. Aufgaben der Geschäftsführung werden durch den Vorstand wahrgenommen, der den Verein gerichtlich und außergerichtlich vertritt. Der Vorstand beschäftigt sich mit den Finanzen von Kindergarten und Verein. Jedes Jahr muss ein Haushaltsplan erstellt werden, Zuschüsse müssen beantragt werden. Jahresabrechnungen werden vorbereitet, die Höhe des Mitgliedsbeitrages muss festgelegt werden und dergleichen mehr. Regelmäßige Arbeit ist in Sachen Geld notwendig, damit die wirtschaftliche Grundlage unserer Einrichtung solide bleiben kann.


Die pädagogische Konferenz

Für die pädagogische Arbeit im Kindergarten ist das Kollegium verantwortlich. Die Erzieherinnen gestalten das tägliche Leben im Kindergarten. Sie begleiten die Kinder in den Nöten und Freuden ihrer Entwicklung. Aus dem engen Kontakt mit den Eltern heraus geben sie die Impulse für die soziale und pädagogische Arbeit mit den Kindern und den Eltern. Im Vordergrund des pädagogischen Handelns steht das Kind, so auch bei der Aufnahme in den Kindergarten. Ein langjährig gewachsenes Team ausgebildeter Waldorfpädagoginnen will den Kindern helfen, über das "Vorbildsein" in realen, lebensorientierten Vorgängen am Leben zu lernen.

Da Ursprung und Ziel des pädagogischen Geschehens in der Freiheit begründet sind, muss die erzieherische Begegnung aus der freien Entscheidung der Erzieherinnen heraus gestaltet werden; es können somit keine weisungsgebundenen und weisungsabhängigen Handlungen die angestrebte Qualität ausmachen.

Im Sinne Goethes bedeutet Freiheit seine Handlungen zu „lieben“, das heißt, dass die Erzieherin das tun, was sie wollen und gleichzeitig auch das wollen, was sie tun. Dies setzt eine stete Bereitschaft der Selbstreflexion und Selbstkorrektur voraus. Insofern brauchen die Erzieherinnen regelmäßig ein Forum, um auf das eigene Handeln zurückzuschauen und sich selbst neue Ziele zu geben.

Dieses Forum ist die Konferenz aller Erzieherinnen, die ein notwendiges Pendant zu den Möglichkeiten des freien und selbstbestimmten Handelns darstellt. Diese Konferenz ist somit ein ständiges Fort- und Weiterbildungsorgan. So sind ständige Qualitätsentwicklungs- und -sicherungsprozesse gewährleistet. Auf diesem Forum der Erzieherinnen aufbauend und zugleich dem gesetzlichen Auftrag folgend, gibt es eine Leitung, die als zentraler Verknüpfungspunkt der von innen und außen kommenden Fäden ein strukturierendes Element bildet.


Die Arbeitskreise

Dem Vorstand des Vereins zur Seite stehen einige Arbeitskreise, in denen tüchtige Eltern durch ihre Mitarbeit bei den verschiedensten Aufgaben helfen. Und immer wieder werden neue Helfer gesucht und Arbeitskreise werden neu belebt. Die verschiedenen Arbeitskreise sind somit Ausdruck des positiven Miteinanders von Eltern und Erzieherinnen.


Der Elternrat

Der Elternrat unseres Kindergartens übernimmt, nicht nur nach dem Willen des Gesetzgebers, eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Eltern auf der einen Seite und den Erzieherinnen sowie dem Träger auf der anderen Seite. Im Vordergrund steht hier die Förderung der Zusammenarbeit. Das bedeutet, dass der Elternrat, das Kollegium und der Träger die Interessen der Eltern und ihrer Kinder in einem konstruktiven Diskurs erörtern.

Der Elternrat wird zudem über alle wesentlichen Fragen, die die Einrichtung betreffen, informiert. Diese Informationen dienen zur Herstellung eines vertrauensvollen Verhältnisses und einer positiven Atmosphäre, damit die ehrenamtliche Arbeit im Elternrat Spaß macht.

In jeder Gruppe gibt es gewählte Elternvertretungen, die die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Erzieherinnen fördern. Die Elternvertretungen bilden den Elternrat. Der Elternrat ist die konstruktive Schnittstelle zwischen Eltern, Erzieherinnen und Vorstand.


Verbindungen zu übergeordneten Organisationen

Um nicht isoliert unsere Arbeit zu leisten und immer wieder neue Impulse zu bekommen, haben wir uns der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten angeschlossen. Im Oktober 1969 wurde aus dem Zusammenschluss der damals bestehenden Waldorfkindergärten aus aller Welt die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten gegründet. Dies mit dem Ziel gemeinsam Antworten auf die drängenden Erziehungs- und Bildungsfragen zu suchen und sich gegenseitig in der Arbeit zu unterstützen, zu helfen und zu beraten.