Waldorfkindergarten
Herdecke e.V.

Am Hessenberg 32
58313 Herdecke

Telefon: (02330) 66 92 92
Fax: (02330) 80 79 89

Anmeldung und Aufnahme

 

Der Waldorfkindergarten Herdecke e.V. steht allen Kindern, gleich welcher Religions- und Volkszugehörigkeit, bis zum Schuleintritt offen, soweit die notwendigen Plätze vorhanden sind. Eine Anmeldung in unserer Einrichtung ist jederzeit schriftlich durch Einreichen des ausgefüllten Anmeldeformulars möglich. Diese Anmeldung bietet jedoch keinerlei Gewähr für einen Zusage, da die Auswahlkriterien sehr vielschichtig sind und aktuell getroffen werden. Kinder, die körperlich, geistig oder seelisch besondere Bedürfnisse und Fähigkeiten haben, können die Einrichtung besuchen, wenn ihrem gesonderten Förderbedarf innerhalb der Rahmenbedingungen der Einrichtung Rechnung getragen werden kann.

Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand nach gemeinsamer Beratung mit den Erzieherinnen. Die Aufnahme erfolgt nach Maßgabe der verfügbaren Plätze. Wir achten darauf, dass die Gruppenkonstellation bezüglich Alter und Geschlecht ausgeglichen ist. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Aufnahme eines angemeldeten Kindes in den Waldorfkindergarten.

Wir bieten regelmäßig Informationstage für interessierte Eltern und Erziehungsberechtigte an. Damit Sie sich im weiteren Vorfeld ein genaueres Bild von unserer Einrichtung machen können, werden Sie von der jeweiligen Erzieherin zu einem ersten Besuch gemeinsam mit Ihrem Kind eingeladen.

Die Aufnahme in den Waldorfkindergarten Herdecke wird Ihnen schriftlich bestätigt. Vor Beginn der tatsächlichen Aufnahme führen wir speziell für neue Eltern und Erziehungsberechtigte einen gesonderten Elternabend durch. Zu diesem Termin werden Sie persönlich eingeladen. In den ersten sechs Monaten nach Aufnahme behält sich der Waldorfkindergarten Herdecke vor die Aufnahme rückgängig zu machen, sofern Kinder nicht den Anforderungen des Kindergartenalltags gewachsen sind.

Beim Eintritt in den Kindergarten gibt es zahlreiche Anforderungen, die Kinder und Eltern bewältigen müssen:

 

Übergang Elternhaus – Kindergarten

Das Kind erlebt einen neuen Status: Es fühlt sich "älter und größer", es entwickelt ein "Wir-Gefühl" für seine Kindergartengruppe. Allmählich entwickelt sich das Gefühl, ein "kompetentes Kindergartenkind" zu sein, das sich den Anforderungen gewachsen fühlt und die neuen Erfahrungsmöglichkeiten nutzen kann. Der Wandel der Identität betrifft auch die Eltern. Sie beginnen, ihr Kind mit seinen sich nun verändernden Bedürfnissen in der Gruppe der Kindergartenkinder wahrzunehmen, und sie sehen die Welt ihres Kindergartenkindes im Lichte der neuen Erfahrungen. Dazu gehört auch, dass sie ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der "Miteltern" akzeptieren und sich auf neue Erfahrungen einlassen.

 

Neue Rolle

Zur Rolle des Kindes in der Familie kommt die neue Rolle als Kindergartenkind hinzu. Damit verbunden erlebt das Kind eine Reihe von Erwartungen an seine Fähigkeiten und sein Verhalten: Beherrschung seiner Gefühle (Zeigen und Bewältigen von Emotionen ohne direkte Unterstützung durch vertraute Bezugspersonen) usw. Auch an die Eltern werden Erwartungen gerichtet.

Erst nach und nach, nicht immer ohne Missverständnisse und Konflikte, lernen sie zu akzeptieren, dass ihr Kind nun eines unter anderen in der Gruppe ist. Sie sind nicht mehr allein zuständig und nicht mehr allein kompetent für die Erziehung des Kindes.

 

Veränderte Beziehungen

Mit allen Übergängen sind markante Wandel in den Beziehungen verknüpft. Mit dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten verändern sich seine familialen Beziehungen, weil das Kind unabhängiger und selbständiger wird und neue Beziehungen zu Kindern und Erzieherinnen für seine Entwicklung nutzt. Eltern müssen mehr Unabhängigkeit der Kinder zulassen, Kontroll- und Exklusivitätsansprüche an die Beziehung mit dem Kind verringern. Auch für sie entstehen neue Beziehungen zu den Erzieherinnen, zu anderen Kindern und Eltern. Die Beziehungen zu den Miteltern beeinflussen die Beziehungen der Kinder untereinander und umgekehrt.

 

Wechsel zwischen zwei Lebensbereichen

Mit dem Besuch des Kindergartens wechselt das Kind regelmäßig für feste Tageszeiten zwischen der häuslichen Umgebung und der Einrichtung. Einstellen muss sich das Kind auf neue Räume, auf einen bestimmten Zeitablauf und Zeitrhythmus, auf neue Regeln. Einstellen muss es sich vor allem auf eine neue soziale Situation: Es ist Mitglied einer größeren Gruppe von Kindern. Bei der Bewertung des Verhaltens des Kindes in der morgendlichen Bring- (und auch in der Abhol-) Situation ist die Leistung des Sich-Einstellens auf die jeweiligen Anforderungen in den beiden Lebensbereichen nicht zu unterschätzen.

Die Eltern kennen das Kind "vor und nach dem Kindergarten", die Erzieherin "nach und vor der Familie". Dies führt zu unterschiedlichen Beobachtungen am Kind und zu unterschiedlichen Interpretationen. Auch für die Eltern ist der Kindergarten ein neues "Terrain", das sie sich erschließen müssen. Der Tagesablauf wird vom Kindergarten mitbestimmt; zusätzliche Termine wegen Elternabenden und Elternmitarbeit fallen an.

 

Übergänge und Gefühle

Übergänge sind von starken Emotionen begleitet. Bei aller Vorfreude und Neugier auf das Kommende, bei allem Stolz auf den neuen Status, ist der Eintritt eines Kindes in den Kindergarten mit Gefühlen von Verlust und Abschied verbunden.

Für das Kind ist dies die Erfahrung von regelmäßigern zeitweiser Abwesenheit der Eltern, die für es die "sichere Basis" darstellen, ohne dass bereits zu einer anderen erwachsenen Person, der Erzieherin, eine Beziehung aufgebaut worden ist. Die Kinder müssen auch mit der Ungewissheit, was während ihrer Abwesenheit zu Hause geschieht, fertig werden. Eltern haben teilweise Unsicherheit bezogen auf die Begegnung des eigenen Kindes mit komplexen neuen Anforderungen, aber auch vom Gefühl des Abschieds von einem Lebensabschnitt, in dem das Gefühl der engen Eltern-Kind-Beziehung, das "Nest-Gefühl", besonders intensiv erlebt worden war.

Um Ihrem Kind und Ihnen den Anfang zu erleichtern, vereinbaren die Gruppenerzieherinnen gemeinsam mit Ihnen individuelle Maßnahmen zur Eingewöhnung. Sie und Ihr Kind können sich so Schritt für Schritt mit der Einrichtung vertraut machen.